UMTS in der Schweiz

In weiten Teilen der Schweiz können Mobilfunk-Kunden im GSM-Mobilfunknetz der zweiten Generation und erreichen darin Übertragungsraten von bis zu 256 Kilobit pro Sekunde (kBit/s).

Geographisch bedingt ist eine völlige Flächenabdeckung nicht möglich. Der Ausbau der schweizerischen UMTS-Mobilfunknetze mit dem Funkstandard der dritten Generation steht bei den Netzbetreibern der Schweiz nun ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Swisscom hat ihr UMTS-Netz 2010 komplett mit HSPA aufgerüstet; nun können -  Angaben der Swisscom zufolge - 93 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), an einigen Orten sogar mit bis zu 21 Mbit/s, mobil surfen; als nächstes steht der Ausbau auf 42 Mbit/s an.

Ballungsräume bevorzugt

Die Mobilfunkbetreiber Orange und Sunrise haben sich beim Ausbau ihrer 3G-Netze zunächst auf die städtischen Ballungsgebiete konzentriert. Der Ausbau der UMTS-Netze in ländlichen Regionen setzte bei diesen beiden Anbietern erst zögerlich ein.

Im Juni 2010 teilte Orange mit, dass mit der Modernisierung und dem Ausbau des Mobilfunknetzes  samt HSPA und HSPA+ der rasanten Entwicklung im Mobilfunkmarkt Rechnung getragen werden solle. Orange will die UMTS-Netzabdeckung weiter optimieren im Gespräch sind mit HSPA+ Spitzengeschwindigkeiten bis zu 42 Mbit/s. Das Mobilfunk-Netz der zweiten Generation soll komplett erneuert und gleichzeitig mit der schnelleren EDGE-Technologie nachgerüstet werden.

Dagegen hat der Marktführer Swisscom seinen Netzausbau relativ zügig vorangetrieben und ist nach der Versorgung der Ballungsräume schneller in die Fläche gegangen. Neben Autobahnen und Kleinstädten betrieb die Swisscom auch den Aufbau des UMTS-Netzes im ländlichen Raum.

Der dritte Anbieter Sunrise erreicht mit seinem UMTS-Netz 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung und bietet nach eigenen Angaben überall HSDPA mit 7,2 Megabit pro Sekunde beim Herunterladen von Daten (Download), beim Senden von eigenen Daten ins Netz (Upload) teilweise 5,8 Mbit/s. An 400 meist städtischen Standorten gibt es HSPA+  mit einem theoretischen Maximaltempo von 21 Mbit/s.

Entstehung des UMTS-Netzes

Im Dezember 2000 wurden in der Schweiz UMTS-Lizenzen versteigert. Nach nur vier Bieterrunden war die Auktion nach einem Tag beendet und brachte rund 205 Millionen Schweizer Franken (rund 177 Millionen Euro) ein. Vier Bieter teilten sich die Frequenzen auf: Swisscom, Sunrise, Orange und 3G. Jedoch verzichtete 3G auf den Aufbau eines eigenen Netzes.

An die Versteigerung der Frequenzen war die Bedingung geknüpft, bis Ende 2002 mindestens 20 Prozent der Bevölkerung mit UMTS zu versorgen, bis Ende 2004 sollten es 50 Prozent werden. Wegen der fehlenden Marktreife der Endgeräte wurden diese Bedingungen 2002 jedoch von der ComCom, der Eidgenössischen Kommunikationskommission, gelockert.