Antennen: Für einen besseren Empfang

Wer in Mobilfunknetzen online geht nutzt eine Datenfunk-Verbindung. Er hat dazu ein Modem. Ein Modem ist eine kleine Funkstation; diese Funkstation ist in Smartphones immer eingebaut.

In Laptops oder Tablets kann sie eingebaut sein oder sie wird von außen angeschlossen. Solche externen Funkstationen sitzen in Surfsticks oder in mobilen Routern.

Diese kleinen Funkstationen, ganz gleich ob extern oder im Gerät verbaut, haben eigene Antennen. Die in Surfsticks, Routern oder Laptops eingebauten internen Antennen können – wenn der Empfang schlecht ist – durch externe Antennen ergänzt werden, welche das Funksignal verstärken. Solche externen Antennen gibt es im Internethandel; man kann sie mit etwas Geschick auch selbst basteln.

Für besseren Funkempfang: das WLAN-Verlängerungskabel

Nicht immer haben Sie guten Funkempfang. Dessen Qualität hängt erst einmal von der geographischen Lage ab – Berge können dafür sorgen, dass Sie im Funkschatten sitzen. Der zweite Punkt ist die relative Nähe zum nächsten Mobilfunkmast: Der Sendemast eines Mobilfunknetzes deckt ein ganz bestimmtes Gebiet ab, dieses nennt man Funkzelle. Wenn Sie sich am Rande der Funkzelle befinden, also vergleichsweise weit vom Funkmast ist dort das Signal am schwächsten. Sie können sich außerdem in einem Gebäude befinden, dass die Funk-Signale stark abschwächt; Stahlbeton beispielsweise wirkt sich hier sehr störend aus.

In solchen Fällen hilft eine externe Antenne weiter, die beispielsweise an den Surfstick angeschlossen wird. Etliche – aber bei weitem nicht alle – Surfsticks bieten einen Anschluss für externe Antennen.

Die einfachste Lösung ist hier ein Verlängerungskabel, wie es bei vielen Sticks mitgeliefert wird. Sie stöpseln den Surfstick also nicht direkt am Laptop ein, sondern stecken das Verlängerungskabel in den USB-Anschluss und an seinem Ende schließen Sie den Surfstick an. Der Surfstick wird jetzt am Fenster platziert, nach Möglichkeit an dem Fenster, das in Richtung des nächsten Mobilfunkmastes zeigt. Den nächsten Mobilfunkmast können Sie auf dieser Seite des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM) finden http://www.bakom.admin.ch/themen/frequenzen/00652/00699/index.html?lang=de

Sie können sich dazu auch ein längeres (etwa 5 Meter) USB-Kabel mit einem Repeater kaufen, das kann zusätzliche Verbesserungen bringen, da Sie nun den Stick auch in größerer Entfernung platzieren können. Um zu sehen, wo Sie an ihrem derzeitigen Standort den besten Funk-Empfang haben, können Sie diesen Verbindungsmanager herunterladen, er zeigt Ihnen die Signalstärke des Datenfunks an http://www.mwconn.com/.

Technisch begabte Bastler haben sich mit einem Surfstick, einem Verlängerungskabel, und einem Küchensieb schon selbst eine Antenne gebastelt. Anregungen dazu finden Sie hier http://www.kein-dsl.de/forum/showthread.php?t=11945.

Die professionelle Lösung: Externe Antenne

Wenn Sie eine professionelle Lösung suchen: Es gibt in verschiedenen Internetläden externe Antennen für alle Mobilfunknetze, sowohl für GSM, als auch für UMTS. Dazu muss das Gerät das Sie nutzen – beispielsweise Surfstick oder Router  – einen Anschluss für eine externe Antenne haben. Wenn Sie dazu nichts in der technischen Beschreibung finden, erkundigen Sie sich beim Verkäufer des Sticks oder Routers oder suchen Sie Infos im Internet.

Wollen Sie eine externe Antenne kaufen, müssen Sie zunächst darauf achten, welche Buchse der Anschluss für die externe Antenne hat. Dies ist bei Surfsticks der verschiedenen Hersteller jeweils unterschiedlich. In der Regel stellen Sie die Verbindung zwischen Antennen-Anschluss-Buchse des Funkmodems und dem Kabel ihrer externen Antenne mit einem Zwischenstück her. Das wird in den Antennenläden unter den Bezeichnungen Adapter oder Pigtail gehandelt.

Es gibt zwei Antennentypen: Rundstrahler und Richtantennen. Rundstrahler empfangen die Signale aus allen Richtungen. Richtantennen müssen auf den jeweiligen Mobilfunkmast ausgerichtet werden und bieten dann einen besseren Empfang als Rundstrahler. Den nächstgelegenen Sendemast finden Sie auf der schon erwähnten BAKOM-Webseite.

In der Regel kaufen Sie:  Erstens die externe Antenne selbst, zweitens ein dämpfungsarmes Koaxialkabel und drittens einen Adapter, um das Kabel dann via Adapter beispielsweise an den Surfstick anzuschließen. Internetshops bieten oft Komplettpakete an, in denen diese Elemente enthalten sind. Die Antenne wird dann meistens  draußen, beispielsweise an der Hauswand montiert.

Antennen für HSPA+: Von MIMO bis Rx diversity

Neuere Geräte – Surfsticks und Router – beherrschen schon die derzeit schnellste in der Schweiz zur Verfügung stehende Datenfunktechnik HSPA+. Wenn Sie das Datenblatt für einen HSPA+-Stick oder HSPA+Router lesen, dann finden Sie oft eine Fülle von zunächst unterverständlichen Kürzeln oder englischen Fachausdrücken.

Das erste Kürzel ist MIMO. Was bedeutet das? Wenn Sie bei Ihrem Mobilfunkbetreiber die Übertragungstechniken HSPA+ optimal nutzen wollen, dann braucht Ihr Surfstick oder Router zwei physikalisch voneinander unabhängige interne Antennen. Solche Geräte werden mit dem Kürzel MIMO bezeichnet, das Kürzel steht für das englische Multiple Input / Multiple Output.

MIMO steht ganz allgemein bei allen Funkgeräten – Surfsticks, Routern, oder eingebautes Modem –  die mehrere physikalisch voneinander unabhängige Antennen zum Senden und/oder Empfangen benutzen. Mobilfunk-Geräte wie Surfsticks, die mit MIMO gekennzeichnet sind, haben also zwei physikalisch voneinander unabhängige Antennen, mit denen sie die eingehenden Daten empfangen.

Ein zweiter Fachausdruck, der Ihnen bei ganz schnellen Sticks begegnet ist „Reiceive diversity“ manchmal auch „Rx diversity“, deutsch Empfangsdiversität. Er steht für intelligente Antennensysteme, die mehrere Antennen nutzen. Solche Geräte nutzen entweder diejenige von beiden Antennen die den besseren Empfang bietet oder kombinieren das Signal aus beiden Antennen.   Sticks mit „Receive diversity“ verbessern den Empfang in Gebäuden und in den Randgebieten von Funkzellen.

Der dritte englische Fachausdruck ist „Equalization“. Damit wird ein Bündel von Verfahren zur Verbesserung von Funksignalen bezeichnet. Geräte, die diese Techniken an Bord haben, sollen besonders in mobilen Umgebungen – also bei schnelleren Bewegungen – einen besseren Funkempfang bringen. Geräte mit solchen Antennen werden sinnvoll dort eingesetzt wo es schnelles mobiles Internet mit HSPA+ gibt.

Autor: et