Ombudscom: Schiedsstelle für Telekommunikation
Die Schiedsstelle für Telekommunikation in der Schweiz, Ombudscom, nahm am 1. Juli 2008 ihre Tätigkeit auf. Ihre Aufgabe ist, Streitigkeiten zwischen Kunden und Anbietern zu schlichten.
Stiftungsmitglieder sind Cablecom, Orange, Sunrise, Swisscom, SAVASS (Swiss Association Value Added Service), ACSI (Associazione Consumatrice della Svizzera italiana), FRC (Fédération romande des consommateurs) und kf (Konsumentenforum). Das Team der Stiftung besteht aus mehreren Juristen und Juristinnen.
Absolute Neutralität
Sofern der Fall noch nicht vor einem Gericht anhängig ist, kann sich jeder an die Stiftung Ombudscom wenden, der ein Problem mit einem beim Bundesamt für Telekommunikation der Schweiz (BAKOM) gemeldeten Telekommunikations- und Mehrwertdienstanbieter hat. Voraussetzung ist, dass der Kunde zunächst versucht hat, das Problem mit dem Anbieter direkt zu lösen.
Die Schlichtungsstelle ist zu absoluter Neutralität verpflichtet und vermittelt in Fällen, in denen es zwischen den beteiligten Parteien zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt. Anhand der vorliegenden Informationen und Aussagen beider Parteien entwirft Ombudscom einen Schlichtungsvorschlag mit Empfehlungen, die bisher oft angenommen wurden.
Tipp: Mündliche Vertrage schriftlich bestätigen lassen!
Im Jahr 2010 wurden 3.576 Fälle und Anfragen von Ombudscom behandelt. Schlichtungsbegehren werden unter anderem wegen missverständlicher Geschäftsbedingungen, zu hoher Roaminggebühren, falscher Rechnungen, Telefonmarketing, Problemen mit dem Kundendienst und Mehrwertdiensten gestellt.
Viele Kunden unterschätzen die Rechtsverbindlichkeit mündlicher Verträge und ignorieren die dann eingehenden Rechnungen und Zahlungsaufforderungen. Ombudscom empfiehlt daher den Verbrauchern, sich auch telefonisch abgeschlossene Verträge immer schriftlich bestätigen zu lassen, um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen.
