13.11.2014

Schweizer zahlen durch Vertrags-Tarife mehr als sie müssten

Schweizer Handybesitzer zahlen zu viel. Dies zeigt der aktuelle Telecom-Index von Comparis.ch. Der Grund: Die Nutzer greifen oftmals auf ein überteuertes Abo zurück anstatt auf ein günstigeres Prepaid-Angebot.

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Prepaid-Tarife lohnen sich vor allem für Wenignutzer

Laut des Telecom-Index von Comparis.ch nutzt jeder zweite Schweizer Handybesitzer privat einen Mobilfunktarif mit langen Vertragslaufzeiten. Diese Abos werden zumeist zu teuren Konditionen vermarktet. Würden die Nutzer stattdessen auf ein Prepaid-Angebot zurückgreifen, würden sie deutlich weniger zahlen.

Dass Schweizer Handybesitzer zu viel zahlen, trifft vor allem auf Kunden zu, die monatlich nicht mehr als 500 Megabyte (MB) Datenvolumen benötigen und wenig telefonieren. Laut Comparis.ch lohnt sich ein Vertragstarif beim Netzbetreiber Swisscom erst ab einer monatlichen Gesprächszeit von dreieinhalb Stunden. Bei Sunrise und Orange sind es eineinhalb Stunden beziehungsweise eine Stunde Gesprächszeit.

Prepaid-Kunden zahlen bis zu 50 Prozent weniger als Abo-Kunden

Der Unterschied zeigt sich besonders deutlich bei den Prepaid-Angeboten von M-Budget (im Netz von Swisscom), Aldi (im Sunrise-Netz) und Coop (nutzt das Netz von Orange). Hier können Kunden zwischen zweieinhalb und sechs Stunden telefonieren, bevor sich ein Vertragstarif rechnen würde.

So kostet ein Monats-Abo für Wenignutzer bei Sunrise 34,65 CHF. Der Billig-Anbieter Aldi vertreibt ein ähnliches Angebot im selben Netz für nur 15,90 CHF. Ähnlich sieht es auch bei den anderen Netzbetreiber aus: Orange vermarktet seinen Tarif für Wenignutzer für 35 CHF, während der Prepaid-Anbieter Coop 27,55 CHF verlangt; bei Swisscom werden monatlich 57,50 CHF fällig, M-Budget verlangt für das 150-MB-Paket hingegen 35,05 CHF.

Viele Schweizer noch skeptisch gegenüber Prepaid-Angebote 

Doch warum nutzen viele Kunden in der Schweiz solche teuren Abos? Laut Comparis.ch erklärt sich dieses Phänomen damit, dass sich viele Kunden mit dem Versprechen eines kostenlosen Smartphones locken lassen. Andere wollen nicht, dass ihr Guthaben bei einem Prepaid-Vertrag ausgeht und nutzen einfach aus Bequemlichkeit lieber ein Abo.

"Viele Handybesitzer haben Bedenken gegenüber Prepaid. Es ist ihnen zudem nicht bewusst, dass es inzwischen auch attraktive Prepaid-Angebote für die Internetnutzung gibt. Dabei sind diese Vorbehalte grundlos. Die Leistungen von Prepaid und Abo sind ähnlich", erklärt Ralf Beyeler, Telecom-Experte bei Comparis.ch.

Autor: ES