24.10.2014

iPad Air 2 und das iPad mini 3: Apple und die Problematik mit der Universal-Sim

Apple liefert das neue iPad Air 2 sowie das iPad mini 3 mit einer sogenannten Apple-Sim aus. Dabei handelt es sich um eine Universal-Sim-Karte, die nicht an einen Anbieter gebunden, sondern beliebig programmierbar ist. Die Apple-Sim ist vorerst nur in den USA und in England erhältlich.

Mobilfunker müssen Vertrag mit Apple eingehen

Apple veröffentlicht das iPad Air 2 und das iPad mini 3 erstmals mit einer speziellen Sim-Karte. Die sogenannte Apple-Sim ist eine Universal-Sim-Karte, mit der man den Anbieter und den Tarif jederzeit wechseln kann, ohne eine andere Sim-Karte einzulegen. Dafür müssen Nutzer nur ins Einstellungsmenü des iPads gehen und unter dem Menüpunkt für Mobilfunk den Anbieter wechseln.

Hört sich erstmal alles verlockend an. Doch es gibt zwei Haken. Zum einen ist die Apple-Sim vorerst nur in den USA und in England erhältlich. Zum anderen hat der Nutzer nicht annährend die Wahlfreiheit, wie es zunächst scheint. Es können nur Tarife von Providern gebucht werden, die einen Vertrag mit Apple geschlossen haben – und das werden zumeist die großen Mobilfunker sein. Discount-Anbieter werden kaum die Chance haben, ihre Tarife über die Apple-Sim anzubieten. Das bedeutet für die Nutzer: Zukünftig wird es kaum noch günstige Angebote für Apple-Produkte geben.

Netzbetreiber laufen Sturm gegen Apple-Sim

Bereits 2010 tüftelte Apple an einen fest integrierten und über eine Software gesteuerten Ersatz für die gute alte Sim-Karte. 2011 wurde ein erstes entsprechendes Patent ausgestellt. Da erscheint die Idee gar nicht so abwegig, dass das 2015 auf den Markt kommende iPhone7 ohne Sim-Kartenschacht den Mobilfunkern angeboten wird, die dann überlegen dürfen, ob sie das Gerät anbieten oder nicht. Dass sie dabei eigentlich keine wirkliche Wahl haben, macht die Situation nicht einfacher. Immerhin ist das Apple-Smartphone eines der Topseller.

Dass die Mobilfunker wenig begeistert über die Einführung der Apple-Sim sind, erscheint da wenig erstaunlich. Immerhin können Kunden einfach und unkompliziert zwischen den Providern hin und her wechseln. So können zum Beispiel bei einem Auslandsaufenthalt die Roaming-Gebühren umgangen werden, indem der Nutzer kurzerhand zum Netzbetreiber im jeweiligen Land wechselt.  

Wie standhaft die Netzbetreiber hierzulande bleiben, wird sich zeigen. Im Moment scheint „Krieg“ zwischen Apple und den Providern zu herrschen. So hat ein (anonymer) Manager eines in Deutschland aktiven Mobilfunkbetreibers gegenüber der Zeitung „Die Welt“ verlauten lassen: "Ein iPhone mit Apple-Sim würden wir nicht verkaufen."

Autor: ES